Die Stimme der Strasse, Georgien
In Georgien stirbt die Demokratie, wie in den USA, Österreich oder Slowenien. Doch hier lastet das Erbe der Sowjetunion besonders schwer: In den Grenzregionen, wo die Zeit seit 1991 stehengeblieben scheint, halten Rückständigkeit und die Angst der älteren Generation vor Veränderung den Fortschritt auf. Die ungelösten Konflikte in Abchasien und Südossetien sind nicht nur geopolitische Wunden, sondern auch psychologische Barrieren, die von der Regierung instrumentalisiert werden.
Die Parlamentswahlen 2024 markieren den Abstieg in den Autoritarismus. Die Regierungspartei Georgischer Traum hat sich mit Desinformation, Einschüchterung und gekauften Stimmen an die Macht geklammert- unterstützt durch russische Einflussnahmen. Sie nutzt die Nostalgie nach vermeintlicher Stabilität und die Furcht vor dem Unbekannten, um den Staat von innen auszuöhlen. Doch während die Älteren zögern, brennt der Widerstand der Jungen auf den Straßen.
Seit dem 28. November 2024 erhebt sich eine neue Generation, die sich weigert, in der Vergangenheit gefangen zu bleiben. Die Stimme der Straße ist ungebrochen – ein Echo der Revolution von 1991, als sich das Land von der Sowjetunion befreite. Die Menschen fordern Neuwahlen, eine unabhängige Untersuchung der Wahlmanipulationen und die Rückkehr zu demokratischen Werten. Die EU muss jetzt handeln, bevor die Altlasten der Vergangenheit die Zukunft Georgiens für immer ersticken.















